Mittwoch, 2. Juli 2014

der Helgoländer Wildkohl

Heute stellen wir euch den Helgoländer Wildkohl "Brassica oleracea ssp. oleracea" vor.


Der Helgoländer Wildkohl (auch Klippenkohl genannt) ist eine ursprüngliche Kohlart aus Helgoland und sozusagen der Vorfahre vieler heutiger Kohlarten. Bei uns wächst er etwa 1,80 m hoch, laut Beschreibungen im Netz erreicht er aber auch Größen bis 3 Meter.
Der Helgoländer Kohl ist wild-wachsend unter Naturschutz gestellt, man sollte sich daher verkneifen im Urlaub Samen mitzunehmen. Eine Bezugsquelle ist Frauke Heyel, von Aschenstrasse 609, 27498 Helgoland. Von dort bekommt man eine Tüte Samen aus dem Garten. Ansonsten gibt es natürlich einige Onlinehändler oder Tauschringe, die Samen anbieten.

Wir haben voriges Jahr eher durch Zufall ein paar wenige Samen bekommen. Aus diesen sind immerhin vier schöne große Pflanzen geworden. Derzeit bilden sie Samen und wie es aussieht, werden es ein paar Tausend.


nach unten hängende Samenkapseln
Im ersten Jahr produziert der Kohl fleißig Blätter, die von unten heran abgeerntet werden können. Die Blüte erfolgt im zweiten Jahr und auch dann kann man weiter die Blätter ernten. Der Kohl ist absolut Winterhart und gibt selbst im Winter noch einige Blätter ab.

Ab Anfang Mai beginnt die Blüte im schönsten Gelb und zieht  Unmengen Bienen und Hummeln an. Es surrte und brummte wochenlang, alleine daher ist der Kohl eine Bereicherung für jeden Garten. Während der Blüte sollte man ihn etwas abstützen, denn die Samenstände werden recht breit und schwer.


Zur Pflege
Der Kohl ist an sich recht anspruchslos und wir lassen ihn weitestgehend in Ruhe. Zwei Pflanzen stehen schattig, sind aber größer und breiter geworden, als die anderen beiden, die in der Sonne stehen. An Platz benötigt er ca. 80x80 cm.  


Ein typischer Kohlschädling der uns heimgesucht hat ist die Mottenschildlaus, auch Weiße Fliege und Kohlfliege. Gut geholfen hat das Besprühen der Pflanze mit einer Rapsöl-Emulsion. Nach sieben Tagen haben wir noch mit einer Lösung aus Wasser und Kali-Schmierseife nachbehandelt.
Gegen die Kohlfliege lohnt es eine Manschette um den Kohl zu legen. Dieser Trick hat sich bewährt und verhindert das die sie ihre Eier um die Kohlpflanze legen kann.

Dieses Jahr hat sich zu unseren Helgoländern noch der Ewige Kohl und drei alte DDR-Sorten gesellt. Auch der ewige Kohl ist eine alte Kohlsorte, die aber nicht blüht, sondern Ableger bildet. Im Netz findet man auf der Suche nach Raritäten immer mal wieder Samen vom Ewigen Kohl, das sind dann aber sehr oft Samen des Meerkohl. Dazu aber später mehr.

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